WARUM WARTEZEITEN ENTSTEHEN
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
unsere Praxis wird durch ein digitales Wartezimmer unterstützt. Das verkürzt die Wartezeit. Verzögerungen sind trotz technischer und organisatorischer Bemühungen möglich. Die Gründe hierfür sind:
✅ 1. Termine folgen direkt aufeinander
Unsere Terminplanung ist lückenlos, d. h. die Termine folgen aufeinander ohne Unterbrechung. Dies bedeutet beispielsweise: Wenn ein Termin 10 Minuten länger dauert, verschieben sich alle Termine um genau diese Zeit.
(Beispiel: 6× 10 Minuten Verlängerung ergeben eine Stunde Zeitverzögerung.)
✅ 2. App-Termin ist eine geschätzte Zeit
Medizin bedeutet Gespräche und Behandlung von Menschen. Manche Anliegen klären sich schneller, andere langsamer.
Zusätzlich entstehen Wartezeiten durch andere Aufgaben, wie medizinische Dokumentation, Absprachen mit Apotheken, Pflegediensten oder Fachärzten und Ausstellung von E-Rezepten oder Verordnungen.
Auch kann es zu technischen Störungen kommen, die Zeit kosten.
✅ 3. Jede Praxis hat feste Öffnungszeiten – ein Tag lässt sich nicht beliebig verlängern
Auch wenn wir gerne allen Patienten noch am selben Tag helfen würden, endet ein Praxistag zu einer festen Uhrzeit. Gründe dafür sind unter anderem feste Arbeitszeiten der Mitarbeiter, Abholen von Kindern, Dokumentationsarbeit und gesetzliche Vorgaben.
Wenn die App keine Termine mehr anbietet, sind alle freien Zeiten an dem Tag belegt. Beim Supermarkt kann auch keiner nach der Öffnungszeit noch einkaufen gehen.
✅ 4. Planbarkeit ist wichtig – für alle
Auch Patienten planen ihren Tag – Arbeit, Kinderbetreuung, weitere Arzttermine, Fahrzeiten. Wenn ein 10-Uhr-Termin erst am Nachmittag beginnen würde, wäre das für niemanden fair oder praktikabel. Deshalb ist es wichtig, dass die Reihenfolge stabil bleibt.
✅ 5. Warum „mal eben zwischendurch“ den ganzen Tag verzögert
Auf den ersten Blick wirkt es unkompliziert, jemanden „kurz“ ohne Termin einzuschieben. In der Realität bedeutet das: Die geplante Reihenfolge wird unterbrochen und alle darauffolgenden Termine verschieben sich – manchmal um 30 Minuten oder länger.
✅ 6. Was Sie selbst tun können, damit alles reibungslos läuft
- Pünktlich kommen – nicht zu spät, aber auch nicht deutlich früher.
Wenn Patienten 30–60 Minuten vor ihrer Terminzeit erscheinen, können wir sie trotzdem nicht vorziehen.
Deshalb reicht es vollkommen aus, kurz vor Ihrem Termin da zu sein.
(Trotzdem gilt: Bei weiterem Anfahrtsweg per Bus/Bahn lieber früher da sein.) - Chipkarte nicht vergessen.
- Wenn Sie im Bereitschaftsdienst, in der Notaufnahme oder bei einem Facharzt waren:
Bitte bringen Sie die Arztbriefe und Befunde mit.
Ohne diese Unterlagen müssen viele Dinge erneut geklärt oder untersucht werden – das kostet Zeit und führt zu Verzögerungen. - Nutzen Sie die App, um jederzeit Ihre Position und die geschätzte Wartezeit zu sehen.
✅ 7. Ein Wort in eigener Sache
Wir wissen, dass Warten unangenehm sein kann und manchmal Nerven kostet. Niemand sitzt gern lange im Wartezimmer, besonders wenn man sich krank fühlt oder Sorgen hat.
Gleichzeitig ist es auch für uns und unser Team belastend, wenn sich Patienten lautstark beschweren oder Vorwürfe machen – obwohl wir mit einem gut organisierten und technisch unterstützten Ablauf arbeiten, der jeden Tag vielen Menschen hilft, möglichst zügig behandelt zu werden.
Ein Busfahrer hat einmal gesagt:
„Eine Haltestelle ist eine Haltestelle und keine Wartestelle.“
Für die Medizin gilt entsprechend:
„Ein Wartezimmer ist ein Wartezimmer und kein Haltezimmer.“
Wer früher da ist, ist deswegen nicht früher dran – die Reihenfolge bleibt gleich.
Ein höflicher und geduldiger Umgang miteinander hilft, dass sich alle in der Praxis gut aufgehoben fühlen – Patienten und Team gleichermaßen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.